Besuch bei der AG Flüchtlingshilfe

Dieser Termin hat mich einmal mehr darin bestärkt, wie wichtig es ist, dass es ehrenamtlich Engagierte gibt und wie viel Dank und Anerkennung sie verdienen.
Der Raum, in den ich an diesem Tag komme, ist eine Werkstatt. Säuberlich sortiert gibt es hier Mäntel, Schläuche, Räder und jede Menge Ersatzteile für Fahrräder. Mittendrin sitzt Jürgen Ehlert von der AG Flüchtlingshilfe und repariert gerade ein Fahrrad.
„Die Räder, die hier ankommen, sind ausschließlich gespendet“, erklärt er mir. „Ich repariere sie und dann erhalten sie Flüchtlinge, die hier auf dem Dänholm leben, damit sie überhaupt mobil sind.“
Damit spricht Jürgen Ehlert das Problem an, dass die Flüchtlingsunterkunft viel zu weit von der Stadt entfernt sind.
„Es ist schwierig, von hier aus alles zu erreichen.
Sie sind hier wie abgeschnitten.“
Die Corona-Situation habe ein Übriges getan. Da fühle man sich schon etwas allein gelassen. „Wir mussten, wie viele andere Vereine und Einrichtungen auch, alles runterfahren“, erklärt er.
Kinderbetreuung durch die AG Flüchtlingshilfe oder Unterstützung beim Lernen der deutschen Sprache oder dem Umgang mit Behörden – alles fiel erst einmal flach. Ich weiß, dass die Situation während der Pandemie für viele Menschen schwierig ist. Doch ich kann mir vorstellen, dass es für die Menschen, die zu uns geflüchtet sind und hier auf ein sicheres Leben hoffen, noch ungleich schwerer ist, wenn sie keine Chance haben, Teil der Gesellschaft zu werden.
Jürgen Ehlert spricht noch ein weiteres Problem an. Denn noch immer sei die Situation nicht geklärt, ob ein Teil der Geflüchteten nicht in Stralsund bleiben kann, sondern nach Sassnitz ziehen soll. „Dann werden sie hier wieder rausgerissen“, erklärt mir der Ehrenamtler.
Trotz vieler Schwierigkeiten sei es für ihn aber keine Option, aufzugeben. „Es ist einfach erfüllend, hier zu arbeiten“, sagt er.
Ich jedenfalls bin beeindruckt von dem Engagement und der Selbstverständlichkeit, mit der so viele Ehrenamtliche unsere Gesellschaft am Laufen halten. Ohne euch wäre einiges im Argen und ich danke den unzähligen Stralsunderinnen und Stralsundern, die ihre Zeit in ein Ehrenamt und damit in andere Menschen investieren.
Wer ein Rad spenden möchte oder sich einbringen möchte, der kann sich gern an die AG Flüchtlingshilfe wenden unter info@agfluechtlingshilfe.org
Weitere Informationen gibt es auf der Seite www.agfluechtlingshilfe.org