Besuch von adesso

Was haltet ihr von ein bisschen Zahlenspielerei? Denn diese Zahlen hören sich für ein Stralsunder Unternehmen richtig gut an: 85 Mitarbeitende, davon sind über die Hälfte unter 30 Jahre alt, 98 Prozent sind Absolvent*innen der Hochschule Stralsund und 20 Prozent der Beschäftigten sind Frauen. Gut, dieser Anteil könnte noch erhöht werden, doch das liegt wohl in der Natur der Sache. Denn das Unternehmen, das ich besuchen durfte, adesso, beschäftigt sich mit Softwareentwicklung. „Um genau zu sein, entwickeln wir maßgeschneiderte Prozesse für Kunden, also Individualsoftware“, wie mir Tilo Maaß, einer der beiden Geschäftsführer erklärt. Gemeinsam mit Jan Ulrich leitet er das Unternehmen.

Den Standort in Stralsund gibt es seit 2011 in unmittelbarer Nähe der Hochschule. Dass das kein Zufall ist, erklärt Jan Ulrich. „Man muss sich immer selbst kümmern, um Fachkräfte ranzuholen und sie im besten Fall auch zu halten. Wir müssen dafür sorgen, dass wir bekannt sind und bleiben. Wir gehen direkt in die Vorlesungen an der Hochschule, wir betreuen Studierende beim Schreiben ihrer Bachelor- und Masterarbeiten, bei uns arbeiten viele Studierende der Hochschule, Werkstudierende oder diejenigen, die ein duales Studium absolvieren.“ Eigentlich werden in dem Unternehmen auch Fachinformatiker ausgebildet, doch derzeit gibt es keine Azubis.

Die beiden Geschäftsführer sind sich einig darüber, dass der Standort Stralsund durchaus attraktiv ist mit seiner Nähe zur Hochschule und der Vereinbarkeit von Leben und Arbeit in der Region. Außerdem befinde sich das Unternehmen noch immer im Wachstum. Bei der Gründung im Jahr 2004 hätten 25 Menschen für das Unternehmen gearbeitet, mittlerweile sind es 6000 Mitarbeitende an 44 Standorten europaweit. „Und man hat nach 20 Jahren nicht das Gefühl, dass man mit der Digitalisierung fertig ist“, sagt Jan Ulrich. Man müsse beweglich bleiben. Das hätte auch die Pandemie gezeigt. Viele der Mitarbeitenden werden im Homeoffice bleiben, weil sich gezeigt hat, dass es auch auf diesem Weg funktioniert

Mir hat der Besuch bei adesso auf jeden Fall Spaß gemacht, weil es ein gutes Beispiel dafür ist, wie erfolgreich es sein kann, junge Menschen ins Unternehmen zu ziehen und sie hier zu halten und damit in unserer Stadt zu halten.