Land und Kommunen sind in der Pflicht, Rekommunalisierung der Krankenhäuser ernsthaft anzugehen

Die Oberbürgermeisterkandidatin von SPD und Grünen, Melanie Rocksien-Riad teilt die Kritik der Bundesärztekammer, die anlässlich des heute stattfindenden Bundesärztetages vor einer zunehmenden Kommerzialisierung des Gesundheitssystems gewarnt hatte und fordert Anstrengungen zum Rückkauf des Stralsunder Krankenhauses.

 

„Die Orientierung an wirtschaftlichen Kriterien und das Streben nach immer mehr Rendite im Gesundheitssystem ist falsch“, sagte Rocksien-Riad:

„Gewinnorientierung darf nicht auf dem Rücken der Patientinnen und Patienten, aber auch nicht auf Kosten des Personals ausgetragen werden. Wir brauchen hier einen Paradigmenwechsel, der dazu führen muss, dass die Patienten wieder im Mittelpunkt des Gesundheitssystems stehen!“

 

Rocksien-Riad kritisierte, „dass es nicht zueinander passe, wenn den Ärztinnen, Ärzten und Pflegekräften für ihren bewundernswerten Einsatz in der Coronakrise Applaus gezollt werde, aber keine durchgreifenden Änderung im Gesundheitssystem vorgenommen würden, so wie es sich derzeit in den Koalitionsverhandlungen in Berlin andeute.“

 

Die Kandidatin von SPD und Bündnisgrünen für die Oberbürgermeisterinnenwahl in Stralsund sieht zwei wesentliche Stellschrauben, um Veränderungen durchzusetzen: „Wir haben die erforderlichen Änderungen doch weitgehend in unserer Hand. Bundesgesetzliche Regelungen sind ein Weg, aber wir haben als Kommune auch die Möglichkeit, über einen Rückkauf des Krankenhauses direkten kommunale Einfluss zu nehmen und in die Qualität der Gesundheitsversorgung zu investieren. Hier spielen die Initiativen eines oder einer OB eine zentrale Rolle.“

 

Rocksien-Riad sieht auch das Land in der Pflicht: „Die Situation der Krankenhäuser in Crivitz und in Wolgast sowie die Problematik mit der Geburtsstation in Bergen auf Rügen zeigen doch, dass wir dringend etwas unternehmen müssen. Kommunen und Land sollten hier an einem Strang ziehen.“