Stadtteilrundgang Frankenvorstadt

Bei meiner Tour durch die Stralsunder Stadtteile führte mich mein zweiter Rundgang an den Rand der Altstadt, in die Frankenvorstadt. Dort begegnete ich – wie eigentlich überall in der Hansestadt – unglaublich engagierten Menschen an spannenden Orten, die diesen Stadtteil so vielseitig machen.

#37 Station 1
Erster Anlaufpunkt war die Kita „Zwergenhaus“ an der Karl-Marx-Straße. Frau Remus, Leiterin des Hauses, berichtete außerdem stolz vom Neubau des Kindercampus‘, aber auch davon, wie schwierig die Planung dieses so notwendigen Neubaus war, der die Kita „Spielkiste“ ersetzt.
Eine gute Lösung braucht es jetzt für den Verkehr am neuen Kindercampus, der sich an der Ecke Karl-Marx-Straße und Gentzkowstraße befindet, denn Parkplätze für Angestellte und Eltern fehlen.
An eine Sache erinnert sich Frau Remus einerseits mit Schrecken, aber auch mit Dankbarkeit. Denn als es im November 2019 in der gerade fertig gebauten Kita „Zwergenhaus“ brannte, wurde zwar viel zerstört, aber dieses Ereignis zog auch eine Welle der Hilfsbereitschaft nach sich. Nicht nur die schnelle Hilfe der Firmen, sondern auch die Anteilnahme der Stralsunder waren damals großartig. So erlebe ich auch die Stralsunder*innen: Leidenschaftlich, hilfsbereit und direkt.

#38 Station 2
Weiter ging es zu einem wirklichen Kleinod in Stralsund: Das Bürgermeisterviertel und das Wulflamufer. Dort durfte ich auch Blicke in die wunderbaren Hinterhöfe werfen. Die damalige Idee der Reformbewegung aus der Bauzeit dieser Häuser, grüne Lebensorte, anstatt Mietskasernen zu schaffen, ist heute immer noch aktuell, wenn nicht sogar aktueller denn je.
Allerdings gibt es ein großes Manko, und das ist die Beschaffenheit der Straßen und Gehwege, die Buckelpisten gleichen.
Nach einer Anfrage in der vergangenen Sitzung der Bürgerschaft ist hier eine Besserung erst ab 2032 geplant. Ich halte aber zumindest eine frühzeitige Verbesserung der Gehwege für notwendig, um die Sicherheit gerade auch der älteren Anwohner zu erhalten.

#39 Station 3
Stralsund ist ein großartiger Ort für Schülerinnen und Schüler, um zu lernen. Auch in der Frankenvorstadt ist das Bildungsangebot mit dem Schulzentrum am Sund, zu dem das einstige Goethe-Gymnasium und die Gerhart-Hauptmann-Schule zusammengeführt wurden, und der Jona-Schule vielfältig und hochqualitativ.
Wie in allen anderen Stadtteilen ist auch in Franken die Hort-Situation ausbaufähig. Wir brauchen eine bessere Ausstattung für die Anbieter, das betriff Räumlichkeiten und besonders genügend Personal. Hier müssen die Kommunen gemeinsam auf die Landesregierung zugehen.

#40 Station 4
Besonders dankbar bin ich Frau Görth, der Leiterin des Hortes der Jona-Schule, für ihre offenen Worte. Ein neues Hortgebäude ist in Planung, erste Maßnahmen sind bereits abgeschlossen. Jetzt braucht es nur noch die Baugenehmigung, um der guten Arbeit des Hortteams den notwendigen räumlichen Rahmen zu geben.
Besorgt zeigt sich Frau Görth allerdings über die Zustände nach Arbeitsschluss auf dem Schulgelände der Grundschule. Leider wird die großartige Idee, Schulhof und Basketballplatz für Alle zugänglich zu machen, von einigen Wenigen missbraucht. Neben Sachbeschädigungen, für die der Träger der Schule, die Nordkirche, aufkommen muss, wird der Schulhof für Drogendeals und -missbrauch genutzt. Eine unglaublich befremdliche Vorstellung, wenn der Schulhof doch eigentlich der Lieblingsplatz der Jona-Kinder ist. Dieses Problem sollte angegangen werden und dafür werde ich das Gespräch mit wichtigen Protagonisten der Frankenvorstadt, wie dem Kreisdiakonischem Werk, dem neuen Schulsozialarbeiter oder der Stadtteilkoordinatorin Frau Schmidt, suchen.

#41 Station 5
Schließlich war mein letztes Ziel der TSV 1860 am ehemaligen Bundesstützpunkt der Gewichtheber. Manuela Reim und Ronald Lade gaben tiefe Einblicke in die Arbeit des Ehrenamts.
Gerade die letzten 2 Jahre waren für die Vereinsarbeit unglaublich schwierig. Umso wichtiger ist, die Vereine zu stärken und dem Ehrenamt die Wertschätzung entgegenzubringen, dies verdient. Die Ehrenamtskarte kann da nur ein Anfang sein.