Statement Rekommunalisierung

Die Stellungnahme von Helios ist wie ein Brennglas auf das Problem, denn es wird deutlich, das für den Konzern der Mensch eben nicht im Mittelpunkt steht. Mir ist durchaus bewusst, dass es intensiver Anstrengungen bedarf, eine Rücknahme des Stralsunder Klinikums in die Hände der Stadt zu erreichen. Das wird ein langer und steiniger Weg, aber ich habe den Ehrgeiz und den Willen, dies anzupacken.

Die eigene positive Einschätzung von Helios zur Patientenzufriedenheit nehme ich dabei zur Kenntnis. Auf die weniger zufriedenstellenden und unterdurchschnittlichen Ergebnisse der objektiveren Patientenbefragung der Krankenkassen (Weiße Liste) will ich aber noch einmal ausdrücklich hinweisen. Hier sehe ich Handlungsbedarf und es werden Unterschiede deutlich.

Helios hat in seiner Stellungnahme ja selbst klar gestellt: „Ja, wir machen Gewinne, weil wir sie machen müssen und wollen.“ Genau dies ist ja auch die Anforderung an ein gewinnorientiertes Unternehmen. Und die Zahlen sprechen selbst in Coronazeiten eine deutliche Sprache: Alleine im Wirtschaftsjahr 2020 hat Helios Deutschland seinen Umsatz um 7% auf 6,34 Milliarden Euro gesteigert. Damit wurde ein operativer Gewinn von mehr als 600 Millionen Euro erzielt. *) Geld, das sicher teilweise reinvestiert, aber zu großen Teilen auch aus dem System genommen wird. Das will ich ändern, und das geht aus meiner Sicht nur in einer anderen Trägerschaft. Daher setze ich mich engagiert für einen Rückkauf durch die Hansestadt Stralsund ein.

Ich bin der festen Überzeugung, dass Gesundheit in städtischer Verantwortung richtig und gut aufgehoben ist. Gesundheit muss gemeinwohlorientiert gestaltet werden und nicht der Profitorientierung unterliegen. Deshalb lohnt es sich, darum zu ringen und alle Möglichkeiten auszuloten, das Stralsunder Krankenhaus in die städtische Verantwortung zurückzuholen.

*) Quelle: Thieme, kma online